Patricia Koelle: Die Füße der Sterne

Schlagwörter

, , ,

Patricia Koelle: Die Füße der Sterne

Patricia Koelle
Buchtipp – Lesetipp – Buchempfehlung
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Als Erstes eine Pressestimme:
… Wenn wir genauer hinsehen, ist unser Alltag voller Wunder. Patricia Koelle zeigt uns die Magie der kleinen Dinge in ihrer zauberhaften Kurzgeschichtensammlung „Die Füße der Sterne“Zeitschrift bella Ausgabe 2/2010, Seite 4

Inhaltsverzeichnis

Eine Frage der Zeit
Himmel auf Abwegen
Viktors Größe
Flug durch die Zeit
Himmelssprünge
Jojo
Zitronenluft
Seenoten
Der Morgen von Gestern
Das Bernsteinschiff
Windflüchter
Stille Nachbarn
Himmelangst
Wo der Himmel wuchs
Die Füße der Sterne

Kurzbeschreibung
Abenteuer kann man erleben, ohne in der Ferne suchen zu müssen, und Helden finden sich häufig auf der Straße oder im Büro. Auch wenn diese Helden Falten im Gesicht oder ein Tattoo auf dem Arm haben und man sie erst spät erkennt, sind sie es doch wert, dass man ihnen eine Geschichte widmet. Vielleicht gehören wir ja selbst dazu. Für einen Hausmeister ändert sich das Leben, nur weil er einmal schwimmen geht. Ein Student begegnet jemandem, der furchterregend erscheint und den er schließlich aus ganz anderen Gründen nie vergessen wird. Eine Journalistin droht an der Zeit zu scheitern und entdeckt, dass diese verschiedene Farben hat und dass sich hinter jeder Farbe andere Möglichkeiten verbergen. Die Erfüllung eines Lebenstraums kann sich in einem braunen Pappkarton verbergen. Und ein einziger Mensch kann bewirken, dass sich die Sterne anders benehmen als sonst. Patricia Koelles Geschichten sind eine Lupe, die sichtbar werden lässt, wie groß Kleines sein kann. Es sind Geschichten für das verträumte Ende eines Feierabends, den Beginn eines Wochenendes oder die Bahnfahrt zur Arbeit. Geschichten von Himmel, Meer und Erde. Geschichten zum Lächeln, zum Nachdenken, zum Gesundwerden, zum Verschenken, voller Hoffnung und realistischem Zauber.

*

Es gibt übrigens auch einen → WordPress-Blog, auf dem Sie mit der Autorin Patricia Koelle diskutieren können.

*

Und wenn Ihnen das Buch gefallen hat: Empfehlen Sie es bitte weiter. – Herzlichen Dank!

***
Stichwörter: Patricia Koelle, Geschichten, Kurzgeschichten, Bestsellerautorin
***

Advertisements

Buchtipp: Das Meer in deinem Namen

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Meer in deinem Namen   —   Band 1 der Ostsee-Trilogie

Patricia Koelle: Das Meer in deinem Namen. Roman. eBook-Bestseller Fischer VerlagPatricia Koelle
Das Meer in deinem Namen
Roman

Carly wächst bei ihrer kauzigen Tante Alissa auf. Niemand redet darüber, wie ihre Eltern ums Leben kamen. Der Tod ist in Familiengesprächen ebenso tabu wie alles, was mit dem Meer zusammenhängt. Gerade nach dem Meer aber sehnt sich Carly ihre ganze Kindheit hindurch.

Nun ist Carly erwachsen und arbeitslos. Ausgerechnet ihr Ex-Chef, in den sie verliebt ist, macht ihr ein Angebot. Sie soll ein altes Haus an der Ostsee für den Verkauf vorbereiten. Vier Sommerwochen hat sie dafür Zeit. Das ist Carlys Chance, heimlich ihrer Sehnsucht zu folgen, sich ihrer Angst und ihren verschwommenen Erinnerungen zu stellen und Abstand von ihrer unmöglichen Liebe zu gewinnen.
Doch kaum angekommen, stellt sie fest, dass auch dort ein Mann spurlos verschwunden ist. Und nicht nur das, sie fühlt sich der Frau, die in dem Haus gewohnt hat und der sie angeblich ähnlich sieht, seltsam nahe. Überall findet sie geheimnisvolle Notizen.
Die Toten scheinen hier nicht unerreichbar weit fort. Und wer ist der Mann mit den hellen Augen, der manchmal am Strand gesichtet wird und von dem es heißt, er würde immer dann erscheinen, wenn eine Sturmflut bevorsteht …?

„Das Meer in deinem Namen“ ist ein in sich abgeschlossener Roman (= Band 1 der Ostsee-Trilogie).

„Das Meer in deinem Namen“ ist erhältlich als eBook für Amazon Kindle, eBook im epub-Format, Taschenbuch, Hörbuch.

*

Es gibt übrigens auch einen → WordPress-Blog, auf dem Sie mit der Autorin Patricia Koelle diskutieren können.

*

Und wenn Ihnen das Buch gefallen hat: Empfehlen Sie es bitte weiter. – Herzlichen Dank!

***
Stichwörter: Patricia Koelle, Roman, Band 1 der Ostsee-Trilogie, Buch, eBook, Liebe, Liebesroman, Meer, Ostsee, Ahrenshoop, Berlin, Neuanfang, Sommerlektüre, Urlaubslektüre, Taschenbuch, epub-Format, Kindle eBook

***

Engel Bert: Ein Weihnachtslied für einen Engel

Schlagwörter

, , , ,

Ein Weihnachtslied für einen Engel

© Engel Bert

eBook Weihnachtsgeschichten Das goldene Weihnachtsbuch Als die letzte Kiste im Wagen verstaut war, atmete ich tief durch. Die Dämmerung brach herein und ein Blick zum Himmel sagte mir, dass es wohl bald schneien würde. Eigentlich hätte ich gleich losfahren müssen, um mein Ziel noch vor Einsetzen des Schneefalls zu erreichen. Peter hatte mir seine Waldhütte zur Verfügung gestellt, wo ich in aller Abgeschiedenheit an der Fertigstellung meines Romans arbeiten wollte. Aber auf einen Bummel über den Weihnachtsmarkt wollte ich auf keinen Fall verzichten. Der war für mich seit Jahren liebgewordene Tradition. An „Martha’s Weihnachtsbackstübchen“ wollte ich ein paar Tüten der leckeren Plätzchen kaufen, ohne die ich mir die Vorweihnachtszeit gar nicht mehr vorstellen kann.

Ich nahm die Abkürzung durch das Färbergässchen, in dem sich die mittelalterlichen Fachwerkhäuser so eng gegenüberstehen, dass man sie an einigen Stellen mit ausgestreckten Armen berühren kann. Das Gässlein war dunkel und menschenleer. Nur hier und dort fiel schwaches Licht aus einem der kleinen schiefen Fenster. Ein buckliges Mütterchen kam mir entgegen, den Blick auf das holprige Pflaster geheftet. Als wir aneinander vorbeigingen, hörte ich sie vor sich hinmurmeln: „Ein Wunder, ein Wunder, ein Wunder …“

Auf der Alten Brücke drängten sich die Menschenmassen. Am mittleren Brückenpfeiler blieb ich eine Weile stehen. Hier bot sich der schönste Blick zum Schlossberg und dem bunten Lichtermeer des Weihnachtsmarktes, der sich zu seinen Füßen ausbreitete.

Mein Bummel über den Weihnachtsmarkt war etwas kürzer als sonst, aber umso intensiver nahm ich Lichter, Farben, Klänge und Gerüche wahr. Zur Stärkung für die bevorstehende Fahrt genehmigte ich mir eine doppelte Portion Reibekuchen mit Apfelmus. Ich war gerade mit dem Essen fertig, da erhob sich ganz in der Nähe weihnachtlicher Gesang. Vor der üppig geschmückten Weihnachtsmarkttanne hatte sich ein Kinderchor aufgestellt. In der Mitte stand eine bildhübsche junge Frau, die wie ein Weihnachtsengel gekleidet war. Ich lauschte dem festlichen Gesang und war hingerissen von der Schönheit des Engels. Mit einem Mal setzte dichter Schneefall ein. Einen Moment lang war das Flockengestöber so stark, dass alles wie hinter einer weißen Wand verborgen lag. Der Gesang verstummte. Als sich die weiße Wand wieder auflöste, waren Chor und Engel verschwunden. Verwundert und verzaubert machte ich mich auf den Weg.

Wegen des starken Schneefalls ging die Fahrt nur im Schritttempo voran. Mehrere Male kam es zu Staus, die sich nur langsam auflösten. Da viele Verkehrsschilder zugeschneit waren, hätte ich fast die Zufahrt verpasst, die zu Peters Waldhütte führte. Es war schon weit nach Mitternacht, als ich endlich ankam. Ich war todmüde, suchte rasch ein paar dicke Decken zusammen und fiel sofort in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Morgen war es eisig kalt in der Hütte. Mit klammen Fingern entzündete ich ein Feuer und als die ersten Holzscheite knisterten, drängte ich mich dicht an den Kamin. Nach und nach wurde mir warm und mit der Wärme überfluteten mich Erinnerungen an den Engel auf dem Weihnachtsmarkt. Ohne dass ich dies beabsichtigte, formten sich die Erinnerungsbilder zu Worten, die Worte zu Versen, die Verse zu Strophen und die Strophen zu einem langen Gedicht. Am Nachmittag unternahm ich einen ausgedehnten Spaziergang durch den verschneiten Winterwald. Die ganze Zeit über ging mir das Gedicht durch den Kopf, das ich im Geiste immer und immer wieder aufsagte. Mit Einbruch der Dämmerung kehrte ich die behaglich warme Hütte zurück. Ich hatte das Gedicht gerade in mein Notizbuch eingetragen, da fiel mein Blick auf eine Gitarre, die hinter einer Kommode hervorlugte. Es dauerte eine Weile, bis ich als alte Stück gestimmt hatte, aber dann hatte es einen überraschend guten Klang. Obgleich ich schon längere Zeit außer Übung war, flossen einfache, zauberhaft weihnachtliche Klänge aus meinen Händen. Erst als ich die Worte laut vor mich hinsang bemerkte ich, dass die Melodie genau auf mein Gedicht passte. In freudiger Erregung notierte ich die Noten und spielte und sang das Weihnachtslied für meinen Engel bis spät in die Nacht.

Die folgenden Tage arbeitete ich hochkonzentriert an meinem Roman, unternahm lange Spaziergänge durch die abgeschiedene Wildnis und erfreute mich an den einsamen Abenden an meinem Weihnachtslied. Gelegentlich nahm ich kleinere Änderungen am Text oder der Melodie vor, doch stets merkte ich schon nach kurzer Zeit, dass jegliche Veränderung zu einer Verschlechterung führte. Die ursprüngliche Version war einfach vollkommen. Die Freude über dieses schlichte und dennoch herzergreifende Lied beflügelte meine Arbeit.

Wenige Tage vor Weihnachten kehrte ich nach Hause zurück. Der Roman war erfolgreich abgeschlossen. Aber es war das Lied, mein Weihnachtslied, das mich mit besonderem Stolz erfüllte.

Vergnügt machte ich mich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt. An der Alten Schlosskirche vernahm ich gedämpfte Töne. Als ich die schwere Pforte öffnete, schlugen mir vollklingende Orgeltöne entgegen. Das Kirchenschiff war dunkel, nur der Altarraum lag im Licht einer festlich geschmückten Tanne. Anscheinend übte der Organist für das Weihnachtsoratorium. Ich nahm auf einer der vorderen Bänke Platz, schloss die Augen und gab mich dem Genuss der grandiosen Musik hin. Nach einer Weile verstummte die Orgel. Vom Altarraum her erklang ein helles Glöckchen. Ohne dass ich etwas bemerkte, hatte sich neben der Tanne der Kinderchor vom Weihnachtsmarkt aufgestellt. In der Mitte der Engel. Der Chor stimmte ein zauberhaftes Lied an, und ich sang still mit. Erst bei der zweiten Strophe wurde mir bewusst, dass dies mein Lied war – mein Lied, das ich in der stillen Abgeschiedenheit für den Engel gedichtet und komponiert hatte. Als der letzte Ton verklang, waren Chor und Engel verschwunden. Vom Turm erklangen die Glocken.

Draußen vor der Kirche herrschte dichtes Schneetreiben. Die Straße war menschenleer. Auf der gegenüberliegenden Seite glaubte ich schemenhaft das bucklige Mütterchen zu erkennen und mir war, als hörte ich ihr Murmeln: „Ein Wunder, ein Wunder, ein Wunder …“

***

Stichwörter:
Weihnachten, Weihnachtsgeschichte, Engel, Engel Bert, Weihnachtsengel

Weiterempfehlen:

Ob blond, ob schwarz, ob braun …

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Ob blond, ob schwarz, ob braun …
Präferenzen für Haarfarben
Ergebnisse einer online Untersuchung

© PD Dr. Ronald Henss

Ob blond, ob schwarz, ob braun …
Das Thema "Haarfarben" ist allzeit von großem Interesse. Um ein wenig Licht in die Diskussion zu bringen, veröffentlichen wir ein paar vorläufige Ergebnisse einer außerordentlich umfangreichen Untersuchung zu Präferenzen für Haarfarben.

Im Rahmen einer online-Untersuchung – die noch nicht abgeschlossen ist – wurden mehr als 15.000 Teilnehmer nach ihren Vorlieben und Abneigungen hinsichtlich der Haarfarbe von Männern und Frauen befragt.

Die folgenden Befunde beruhen auf einer Teilstichprobe von mehr als 14.000 Versuchspersonen. Rund 24 Prozent waren Männer und 76 Prozent Frauen. Die Untersuchung wurde in einer deutsch- und in einer englischsprachigen Version durchgeführt. Etwa 43 Prozent der Teilnehmer stammen aus dem deutschsprachigen Raum (davon mehr als 80 Prozent aus Deutschland) und 57 Prozent aus verschiedenen Ländern (darunter die meisten aus den USA).

Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem folgende Fragen gestellt:

  • Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Männern?
  • Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Frauen?
  • Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Männern am wenigsten?
  • Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Frauen am wenigsten?

Die möglichen Antworten waren in allen Fällen:

  • hellblond
  • mittelblond
  • dunkelblond
  • hellbraun
  • mittelbraun
  • dunkelbraun
  • schwarz
  • rotblond
  • rotbraun
  • rot

Zur Datenanalyse, über die im Folgenden berichtet wird, wurden der Einfachheit halber nur die Kategorien "blond", "braun", "schwarz" und "rot" unterschieden (detaillierte Befunde werden an anderer Stelle dargestellt).
Zur Vereinfachung wurden hell-, mittel- und dunkelblond zu "blond" und hell-, mittel- und dunkelbraun zu "braun" zusammengefasst Die Kategorien "rotblond" und "rotbraun" wurden wegen der unklaren Zuordnung nicht berücksichtigt.

Ergebnisse

Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse zu den vier Fragen in Häufigkeitsdiagrammen dargestellt. Die blauen Säulen stellen die Prozentanteile innerhalb der männlichen, die roten Säulen die Prozentanteile innerhalb der weichlichen Stichprobe dar.

Bevorzugte Haarfarbe bei Männern

Die Antworten auf die Frage "Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Männern?" sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Beliebteste Haarfarben bei Männern

Die Abbildung macht deutlich, dass bei Männern die Haarfarbe "braun" eindeutig bevorzugt wird. Sie liegt bei rund 51 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen mit großem Abstand an erster Stelle. Blond und schwarz liegen etwa gleichauf mit einem ganz kleinen Vorteil für Blond. Eindeutig nicht erwünscht ist rotes Männerhaar (männliche Urteiler: 1,4%; weibliche Urteiler: 0,5%).

Unerwünschte Haarfarben bei Männern

Die folgende Grafik zeigt die Antworten auf die Frage "Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Männern am wenigsten?".

Unbeliebteste Haarfarben bei Männern

Die Befunde sind eindeutig: Die mit weitem Abstand unbeliebteste Haarfarbe bei Männern ist Rot. Dies spiegelt das Ergebnis zur bevorzugten Haarfarbe. Am zweitschlechtesten schneidet Blond ab. Gut ein Viertel der Befragten (Männer: 25,4%; Frauen: 25,5%) finden Blond bei den Männern besonders unattraktiv. Schwarz und Braun schneiden mit Abstand am besten ab, wobei Braun einen leichten Vorsprung hat.

Zwischenbilanz: Haarfarben bei Männern

Im Hinblick auf die Haarfarben von Männern gibt die Untersuchung ein sehr klares Bild, das sich durch folgende Schlagworte kennzeichnen lässt:

  • Braunes Männerhaar ist absolute Spitze (insbesondere aus Sicht der Frauen)
  • Rotes Männerhaar wird extrem abgelehnt (insbesondere von Frauen)
  • Blondes Männerhaar spaltet die Gemüter (insgesamt eher negativ als positiv, insbesondere aus der Sicht der Frauen)

Bevorzugte Haarfarbe bei Frauen

Die Antworten auf die Frage "Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Frauen?" sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Beliebteste Haarfarben bei Frauen

Im Hinblick auf die bevorzugte Haarfarbe bei Frauen zeigen sich einerseits sehr klare Farbpräferenzen, andererseits gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Beurteilern. Bei männlichen Urteilern liegt Blond an erster Stelle mit einem deutlichen Vorsprung vor Braun, das den zweiten Platz belegt. Bei den weiblichen Urteilern ist dies genau umgekehrt. Deutlich schlechter schneiden Schwarz und Rot ab, wobei bei Männern ebenso wie bei Frauen Schwarz auf dem vorletzten und Rot auf dem letzten Platz rangiert.

Unerwünschte Haarfarben bei Frauen

Die folgende Grafik zeigt die Antworten auf die Frage
"Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Frauen am wenigsten?".

Unbeliebteste Haarfarben bei Frauen

Auch im Hinblick auf die unbeliebteste weibliche Haarfarbe gibt es eine deutliche Geschlechterdifferenz. Diese bezieht sich nunmehr auf Blond vs. Rot. Bei den Männern ist rotes Frauenhaar am wenigsten beliebt, gefolgt von Blond. Bei den Frauen ist umgekehrt Blond am wenigsten beliebt, gefolgt von Rot. Braunes und schwarzes Frauenhaar werden am seltensten als unerwünscht angesehen, und hierin stimmen männliche und weibliche Urteiler überein.

Zwischenbilanz: Haarfarben bei Frauen

Auch im Hinblick auf die Haarfarben von Frauen gibt die Untersuchung sehr klare Antworten:

  • Rotes Frauenhaar schneidet insgesamt am schlechtesten ab (insbesondere aus Sicht der Männer)
  • Braunes Frauenhaar schneidet alles in allem am besten ab (insbesondere aus Sicht der Frauen)
  • Blondes Frauenhaar polarisiert sehr stark (mehr als ein Drittel der Frauen finden Blond am attraktivsten während etwa 40 Prozent Blond am unattraktivsten finden. Unter den Männern zeigen mehr als 40 Prozent eine Vorliebe und knapp 30 Prozent eine Abneigung gegen blondes Frauenhaar)

Kurze Bilanz

Insgesamt macht die Untersuchung deutlich:

  • Im Hinblick auf die Haarfarbe haben nicht alle Menschen den gleichen Geschmack
  • Das Geschlecht der Beurteilten macht einen gravierenden Unterschied. Das heißt: Die Haarfarbe von Männern wird wesentlich anders beurteilt als die Haarfarbe von Frauen
  • Das Geschlecht der Urteiler macht einen Unterschied (insbesondere wenn es um die Haarfarbe von Frauen geht)
  • "Kritische" Haarfarben sind eindeutig Blond und Rot.

Hair Color and Eye Color

Schlagwörter

, ,

Hair Color and Eye Color
in Northern Germany, Central Germany, Southern Germany, Austria and Switzerland

© PD Dr. Ronald Henss

Recently I have published some statistical data on the co-occurence of different hair and eye colors in different German sample.

I a personal communiaction Peter Frost, a leading expert on hair (eye and skin) color resarch, asked: "Does the correlation between hair color and eye color persist if you analyze the data within smaller geographical areas (e.g., länder)? I am raising this question because correlations between hair, eye, and skin
color are often artefacts of population differences. For instance, both hair color and eye color tend to be darker in southern Germany than in northern Germany. If the data are pooled for all German subjects, one would find a significant correlation between hair color and eye color. This correlation, however, would be due to population substructure and not to some kind of genetic linkage (e.g., pleiotropy)"
(E-Mail, February, 14, 2008).

To answer Peter Frost’s question, I have broken the German data set into three regions:
Northern Germany (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern); N=1491
Central Germany (the remaining "Bundesländer"); N=5142
Southern Germany (Baden-Württemberg, Bayern); N=2577
Additionally I included the data from Austria (N=1082) and Switzerland (N=645).

Note: The frequencies of hair colors in the German subsamples have been reported »»» here

The co-occurance of hair and eye colors within each region (country) are reported in the following tables.
Within each row the percentages add up to 100 per cent

N=1491 Northern Germany
   blue    grey    green    brown   mixed
light blond 61.2 1.5 17.9 3.0 16.4
medium blond 46.9 5.5 22.4 6.1 19.0
dark blond 40.2 4.1 19.5 17.1 19.0
light brown 27.6 3.1 17.3 28.3 23.6
medium brown 20.6 4.0 18.8 35.4 21.1
dark brown 15.7 0.5 14.7 44.6 24.5
black 10.9 2.2 4.3 71.7 10.9
N=5142 Central Germany
   blue    grey    green    brown   mixed
light blond 57.9 1.7 20.8 3.9 15.7
medium blond 46.5 6.0 20.8 8.8 17.9
dark blond 36.2 4.8 20.0 16.4 22.6
light brown 23.4 3.4 23.6 29.4 20.2
medium brown 17.6 3.2 19.2 36.8 23.1
dark brown 11.3 1.8 15.5 52.4 18.9
black 10.7 0.6 11.9 65.5 11.3
N=2577 Southern Germany
   blue    grey    green    brown   mixed
light blond 61.8 4.5 19.1 3.4 11.2
medium blond 49.3 5.5 21.4 7.9 15.9
dark blond 38.5 5.2 19.5 17.4 19.4
light brown 29.1 5.7 23.5 25.7 16.1
medium brown 21.4 2.5 17.2 43.1 15.8
dark brown 15.3 2.2 18.2 50.7 13.7
black 3.9 2.6 13.0 74.0 6.5
N=1082 Austria
   blue    grey    green    brown   mixed
light blond 65.6 6.3 12.5 6.3 9.4
medium blond 49.7 2.0 18.3 11.8 18.3
dark blond 42.1 3.8 17.2 17.7 19.1
light brown 30.8 3.8 24.1 27.1 14.3
medium brown 20.2 3.6 22.2 36.3 17.7
dark brown 10.7 2.1 11.5 58.5 17.1
black 6.3 15.6 62.5 15.6
N=645 Switzerland
   blue    grey    green    brown   mixed
light blond 70.0 20.0 10.0
medium blond 44.4 2.8 25.0 8.3 19.4
dark blond 36.0 4.4 17.6 20.6 21.3
light brown 23.3 5.5 24.7 27.4 19.2
medium brown 22.5 2.0 18.5 35.8 21.2
dark brown 11.0 1.4 17.9 51.7 17.9
black 4.2 4.2 4.2 83.3 4.2

The tables reveal a clear co-relation between hair color and eye color.
The columns "blue" and "brown" are of particular interest: The proportion of blue eyes is continuously decreasing from light blond across medium blond, dark blond, light brown, medium brown, dark brown to black. And the proportion of brown eyes is continuously increasing in the same order. Without any exception this pattern holds for each subgroup. Thus, it is clear that the correlation between hair and eye color is not an artefact of pooling different subgroups.

It should be noted that the data were procured from an online survey, and they are not based on a representative samples.

Color me beautiful

Color me beautiful – Hautbeschaffenheit und Persönlichkeitseindruck

Methoden und Ergebnisse einer Diplomarbeit von Denise Mönch

Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 2003

Zusammenfassung © PD Dr. Ronald Henss

Das Folgende ist eine Zusammenfassung der Methoden und einiger wichtiger Ergebnisse der Diplomarbeit von Denise Mönch, die unter meiner Anleitung an der Universität des Saarlandes durchgeführt wurde.
Die Studie konzentriert sich auf die Wirkung der Hautbeschaffenheit auf den Betrachter. Sie kann auch als Simulation der Anwendung von Kosmetik und der Eindruckswirkung des Schminkens interpretiert werden.
Ausgangspunkt war eine Datenbank mit Portraitfotos, die am Psychologischen Institut der Universität des Saarlandes angelegt wurde. Das Stimulusmaterial (Fußnote 1) bestand aus Fotos von Studentinnen, die mit Hilfe des Programms „Face Toolkit“ (Knabe, 2002) manipuliert wurden, um unterschiedliche Varianten des Schminkens zu simulieren.

Zunächst wurde aus den Fotos von 60 Studentinnen ein sogenanntes „Durchschnittsgesicht“ – besser: Komposit-Gesicht – erzeugt. (Fußnote 2) Dieses ist in Abbildung 1 1 mit „KS“ bezeichnet. Außerdem wurde ein Komposit-Gesicht von 5 Top-Models konstruiert („KM“).

Im aktuellen Kontext ist ein spezieller Aspekt des Kompositbildes von Interesse. Bereits ein flüchtiger Blick auf die Abbildung 1 1 macht deutlich, dass die Gesichtshaut bei den Komposits viel homogener erscheint als beim Original. Die Durchschnittsbildung hat zur Folge, dass Hautunreinheiten, Unregelmäßigkeiten, Unebenheiten und Falten verschwinden und die Textur ausgewogen und regelmäßig erscheint. In einem gewissen Sinne lässt sich diese Homogenisierung als eine erfolgreiche Anwendung von Foundation interpretieren.

Abbildung 1: Stimulusmaterial aus Mönch (2003)
Stimulusmaterial aus Mönch (2003)
In der Untersuchung wurden die Bilder ohne die schwarzen Balken präsentiert

Den Homogenisierungseffekt nutzte Mönch, um die Anwendung von Kosmetik zu simulieren. Das „Face Tookit“ bietet mit einem speziellen „Warping“-Modul die Möglichkeit, die Farbinformationen zweier Bilder in beliebigen Proportionen zu mischen, und zwar so, dass die geometrische Gesichtsstruktur nicht verändert wird. Mit Hilfe dieses Moduls wurde jeweils das Originalfoto in Richtung auf ein „Ankerbild“ verändert. Als Anker diente entweder das Komposit der Studentinnen (KS) oder das Komposit der Models (KM). Die Farbmischung erfolgte in zwei Stufen. In Stufe 1 lag das Mischungsverhältnis bei 2/3 Original zu 1/3 Komposit. In Stufe 2 bei 1/3 zu 2/3. (Fußnote 3) Die resultierenden „Schmink-Varianten“ sind in Abbildung 1 1 dargestellt. Die beiden Stufen lassen sich als schwache und starke Homogenisierung des Hautbildes oder als schwach und stark geschminkt interpretieren.

Abbildung 1 macht deutlich, dass das Model-Komposit intensivere Farbtöne aufweist als das Studentinnen-Komposit. Dies gilt sowohl für die Gesichtshaut als auch für die Lippen und die Augen. Dieser Unterschied kann ebenfalls als „stark bzw. schwach geschminkt“ interpretiert werden.

Für ihre Untersuchung zur Eindruckswirkung des „Schminkens“ benutzte Mönch die Fotos von 10 Studentinnen. Da zu jedem Originalbild die Varianten S1, M1, S2 und M2 erzeugt wurden, bestand das Stimulusmaterial aus 50 Bildern.

Die Untersuchung wurde über das Internet durchgeführt. Sie umfasste zwei Experimente, die sich im methodischen Ansatz wesentlich voneinander unterscheiden. Das erste Experiment war als Einzelreizbeurteilung konzipiert. Hierbei hat jede Versuchsperson nur ein einziges Gesicht zu beurteilen. Sie hat also keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Das zweite Experiment war eine Reizserienbeurteilung. Hier wurden die fünf Varianten ein und derselben Stimulusperson jeweils simultan präsentiert und die Versuchspersonen hatten die Aufgabe, die Bilder nach einem vorgegebenen Kriterium in eine Rangreihe zu bringen.

Am Einzelreizversuch nahmen 1072 Versuchspersonen teil. Das jeweils per Zufall ausgewählte Gesicht sollte nach 70 Merkmalen beurteilt werden (z.B. attraktiv, gesellig, nervös, wünscht sich viele Kinder, geht manchmal fremd). Die Beurteilungen erfolgten auf einer 5-stufigen Ratingskala (trifft gar nicht zu, trifft eher nicht zu, weder noch, trifft eher zu, trifft völlig zu). Durch die 70 Merkmale sollte der Persönlichkeitsbereich möglichst breit abgedeckt werden. Mit Hilfe einer Faktorenanalyse wurden 7 Faktoren des Persönlichkeitseindrucks ermittelt und wie folgt interpretiert: Attraktivität (attraktiv, gutaussehend, sexuell anziehend), Gute Mutter (gutmütig, gute Mutter, kinderlieb), Erfolg im Beruf (karriereorientiert, Erfolg im Beruf, selbstbewusst), Schweigsamkeit (schweigsam, verschlossen, zurückgezogen), Kreativität (phantasievoll, kreativ, einfallsreich), Lüsternheit (lüstern, sexuell untreu, leichtsinnig), Bürgerlichkeit (bürgerlich, einfältig, unauffällig). Anschließend wurden die Effekte der Bildmanipulation auf die 7 Persönlichkeitsfaktoren analysiert. Erwartungsgemäß zeigte sich ein deutlicher Einfluss auf die Attraktivität. Bei den meisten Stimuluspersonen ergab sich ein kontinuierlicher Anstieg vom Original über S1, M1, S2 zu M2. Das heißt, dass eine stärkere Homogenisierung attraktiver machte und dass die farbintensivere Model-Variante der schlichteren Studentinnen-Variante überlegen war. Ein weiterer, aber erheblich schwächerer Effekt ergab sich bezüglich Kreativität. Überraschenderweise wurden die „stark geschminkten“ Varianten (S2, M2) für weniger kreativ gehalten als das Original. Auf den anderen fünf Faktoren war kein Effekt der Bildmanipulation zu registrieren.

Ein anderes Ergebnis zeigte sich im zweiten Experiment, das in Form einer Reizserienbeurteilung durchgeführt wurde. Hierbei wurden jeweils die 5 Bildvarianten einer Stimulusperson simultan dargeboten und die Versuchperson sollte die Bilder nach einem bestimmten Kriterium in eine Rangreihe bringen. Über verschiedene Versuchspersonenstichproben hinweg wurden folgende Kriterien berücksichtigt: Attraktivität, Gute Mutter, Erfolg im Beruf, Schweigsamkeit, Kreativität (die Zahl der Beurteiler pro Kriterium lag zwischen 33 und 43). Als Stimuluspersonen wurden 6 der 10 Frauen aus dem ersten Experiment berücksichtigt. Die Analyse der Rangreihen erbrachte ein außergewöhnlich klares Muster. Bei fast allen Kriterien und fast allen Stimuluspersonen ergab sich die Rangreihe Original <* S1 <* M1 <* S2 <* M2. (Fußnote 4) Der gemeinsame Nenner lässt sich wie folgt auf den Punkt bringen: (1) Je homogener die Oberflächenbeschaffenheit desto besser, (2) die auffälligere Farbtönung der Models wirkte positiver als die schlichtere Färbung der Studentinnen. Dieses Grundmuster war besonders deutlich bei Attraktivität, Erfolg im Beruf und Gute Mutter. Insbesondere ist hervorzuheben, dass "Schminken" auch eine positive Beurteilung der mütterlichen Qualitäten bewirkte. Außerdem ist hervorzuheben, dass – im Gegensatz zur Einzelreizbeurteilung – die stärker "geschminkten" Varianten nun für kreativer gehalten wurden. Plakativ ausgedrückt führte die Reizserienbeurteilung zu der Aussage "Wer geschminkt ist, ist auch gut". Ein ähnliches Schlagwort spielt in der Attraktivitätsforschung als "Attraktivitätsstereotyp" eine herausragende Rolle: "Wer schön ist, ist auch gut" (Dion, Berscheid und Walster, 1972; Henss, 1992, 1998).

Die beiden methodischen Ansätze – Einzelreizbeurteilung und Reizserienbeurteilung – lieferten ein partiell unterschiedliches Bild. Dass die Befunde entscheidend von der Untersuchungsmethode abhängen können, ist aus der Gesichterforschung wohlbekannt (Henss, 1998). Gleichwohl wurde dieser wichtige Aspekt in der bisherigen Forschung zur Eindruckswirkung des Schminkens kaum berücksichtigt.

Insgesamt macht die Arbeit deutlich, dass die Hautbeschaffenheit einen bedeutsamen Einfluss auf die Eindruckswirkung von Gesichtern haben kann. Dies ist nicht zuletzt deshalb von großem Interesse, weil die Hautbeschaffenheit im Rahmen der Attraktivitätsforschung über lange Zeit hinweg eher vernachlässigt wurde. Dort standen bislang eher gemometrisch-morphologische Strukturmerkmale im Fordergrund (Durchschnittlichkeit, Symmetrie, Proportionen, Längenmaße, Winkel …).

Fußnoten

Als Stimulus (Plural: Stimuli) werden in der psychologischen Fachterminologie ganz allgemein die Reize bezeichnet, auf die die Versuchspersonen reagieren sollen. Die zu beurteilenden Personen werden dementsprechend als "Stimuluspersonen" bezeichnet.

Ein Komposit-Gesicht repräsentiert den mathematischen Durchschnitt über die zugrunde liegenden Gesichter. Die Konstruktion auf fotomechanischem Wege geht im Wesentlichen auf Galton (1878) zurück. Seit es möglich ist, Komposits mit Hilfe von Computerprogrammen zu konstruieren, wurden diese in der Attraktivitätsforschung intensiv untersucht. Das Durchschnittsgesicht ist in aller Regel attraktiver als die meisten Einzelgesichter. Es stellt jedoch keineswegs das "Maximum" an Attraktivität dar und die Attraktivität des Komposits hängt ganz entscheidend von den Ausgangsgesichtern ab – wie der Vergleich von KS und KM eindrucksvoll demonstriert.

Die genannten Proportionen gelten strenggenommen nur für die konkrete Stimulusperson, die hier stellvertretend abgebildet ist. Für jede Stimulusperson wurde im Rahmen eines Vorversuchs ein "optimales Mischungsverhältnis" bestimmt.
(Die Notation X <* Y soll lediglich symbolisieren, dass Y einen höheren Wert aufweist als X. Die Differenz muss jedoch nicht signifikant sein. Lediglich bei "Selbstbewusstsein" fiel der Effekt der Bildmanipulation etwas schwächer aus.

Literatur
Dion, K. K., Berscheid, E. & Walster, E. (1972). What is beautiful is good? Journal of Personality and Social Psychology, 24, 285-290.
Galton, F. (1878). Composite portraits. Journal of the Anthropological Institute of Great Britain & Ireland, 8, 132-142.
Henss, R. (1992). "Spieglein, Spieglein an der Wand…" Geschlecht, Alter und physische Attraktivität. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
Henss, R. (1998). Gesicht und Persönlichkeitseindruck. Göttingen: Hogrefe.
Knabe, T. (2002). Face Toolkit. Unveröffentlichte Forschungspraktikums-Arbeit an der Fachrichtung Informatik der Universität des Saarlandes, Saarbrücken.
Mönch, D. (2003). Color me beautiful. Hautbeschaffenheit und Persönlichkeitseindruck. Unveröffentlichte Diplomarbeit. Fachrichtung Psychologie. Universität des Saarlandes, Saarbrücken.

Offstein Rheinhessen

Schlagwörter

, , , , ,

Offstein, Rheinhssen, Zuckerfabrik, Pfalz

Offstein – Rheinhessen – Zuckerfabrik – Pfalz

 

In diesem Fotoblog haben wir bereits einen Spaziergang über die Felder in Offstein unternommen und einen Herbstblick über die Rheinhessische Landschaft festgehalten. Jenes Bild wurde im Oktober 2002 aufgenommen und zeigte den Blick nach Ost-Nord-Ost.

Unser heutiges Bild wurde einen Tag zuvor aufgenommen und zeigt den Blick nach West-Süd-West. Im Hintergrund sehen wir den östlichen Rand der Pfälzer Bergkette. Der Blick reicht im Süden bis zu den Bergen bei Neustadt an der Weinstraße, im Norden etwa auf die Höhe von Grünstadt. Durch das Weitwinkelobjektiv erscheint die Bergkette weiter entfernt, als sie tatsächlich ist.

Während die Berge im Hintergrund zur Pfalz gehören, gehört das, was auf dem Bild ins Dunkel gehüllt ist, zu Rheinhessen. In diesem Fall konkret: Zu Offstein. Vor uns liegen Weinberge und Felder und Teile des Dorfes (im rechten Bildteil). Gut zu erkennen ist am rechten Bildrand die Zuckerfabrik, die gerade ein paar Lichtstrahlen abbekommen hatte.

Die Zuckerfabrik gehört zur Südzucker AG und ist eine der größten Zuckerfabriken in Deutschland. Sie heißt zwar Zuckerfabrik Offstein, liegt aber in Neu-Offstein, was zu Obrigheim gehört und damit in der Pfalz liegt (ganz schön kompliziert).

Auch wenn das Fabrikgelände in der Pfalz liegt und Offstein in Rheinhessen, war und ist die Zuckerfabrik ein bedeutsamer Arbeitgeber für Offstein. Ich selbst habe dort in manchen Schulferien gearbeitet, zunächst als Laufbursche und Handlanger in der Schlosserei, später in der Buchhaltung. Aber das ist schon ein paar Jahrzehnte her.

Da das Foto im Oktober aufgenommen wurde, ist es selbstverständlich, dass die Zuckerfabrik dicke Dampfwolken gen Himmel schickt. Dies ist nämlich die Zeit der Rübenkampagne, in der die Zuckerproduktion im Drei-Schichten-Dienst rund um Uhr läuft, sieben Tage in der Woche; von Ende September bis Anfang Dezember.

Bei klarem Wetter kann man die Dampfwolken aus großer Entfernung erkennen. Zum Beispiel bei der Bahnfahrt von Neustadt an der Weinstraße nach Ludwigshafen oder von Mannheim nach Frankfurt. Auf diese Weise habe ich schon des Öfteren bei einer Bahnreise einen Ferngruß aus Offstein erhalten.

Am Rande noch ein kleiner Hinweis zum Thema „Offstein“: In dem Buch „Abenteuer im Frisiersalon“ findet man unter anderem auch eine Kurzgeschichte von mir, die in Offstein spielt und dem Friseur aus meiner Kindheit ein literarisches Denkmal setzt.

Stichwörter:
Offstein, Rheinhessen, Zuckerfabrik, Pfälzer Bergland, Bilder, Fotos

Weiterempfehlen:

Frühlingsblüten – Besenginster

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , ,

Frühlingsblüten Besenginster

Frühlingsblüten – Besenginster

Heute muss ich mal niemanden fragen, um welche Pflanze es sich hier handelt. Mein „BLV Tier- und Pflanzenführer für unterwegs“ lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass wir eine Blüte des Besenginsters (Sarothamnus scoparius) vor uns haben.

Besenginster – berichtet mein Pflanzenführer – ist an Wegrainen, Waldsäumen, auf Lichtungen, Böschungen und anderen sandigen, kalkarmen Standorten anzutreffen und er gilt als typische Pflanze für trockene Standorte. Der Name rührt daher, dass die Äste dieser Pflanze zur Besenherstellung verwendet werden. Außerdem nutzt man sie zur Fasergewinnung. Aufgrund des Gehalts an verschiedenen Alkaloiden wird Besenginster auch als Heilpflanze genutzt. Seine Inhaltsstoffe sollen auf das Herz und das Kreislaufsystem wirken. Aber Vorsicht – wie das mit Heilpflanzen gar nicht so selten ist: Die Pflanze ist an sich giftig! Also nicht hingehen und mal ein bisschen draufrumkauen!

Der Besenginster blüht zurzeit in einem Blumentopf auf meinem Wohnzimmerfenster. Vor ein paar Jahren habe ich bei Spaziergängen Samen jeglicher Art gesammelt und wahllos in die wenigen Blumentöpfe verstreut, die auf meinen Fensterbänken Platz finden (leider, leider habe ich keinen Balkon). Der Besenginster hält sich wacker in dem beengten Raum und erfreut mich im Frühling mit seiner gelben Blütenpracht. Mein Pflanzenführer meint, dass der Besenginster eine Höhe von 50 Zentimetern bis 2 Metern erreicht. Mein Blumentopfgewächs schafft es auf knapp 50 Zentimeter. Wesentlich mehr wird es aufgrund der beschränkten Erdmasse wohl kaum werden. Das ist auch gut so, schließlich soll ja auch noch Licht ins Zimmer gelangen.

Wenn man die Blüte genauer – oder nicht genau genug – anschaut, dann könnte man auch denken, das sei ein Schmetterling oder ein kolibriähnlicher kleiner Vogel mit langgestrecktem Saugrüssel oder Schnabel und hochgestellten Flügeln. Bei dieser Assoziation wundert es nicht, dass Besenginster laut meinem Pflanzenführer zu den Schmetterlingsblütengewächsen zählt.

Die Aufnahme entstand am 23. April 2009.

***
Stichwörter:
Blumen, Blüten, Pflanzen, Ginster, Besenginster, Fotos, Bilder, Blumenfotos, Blumenbilder, Blütenfotos, Blütenbilder, Natur, Kolibri, Schmetterling, Frühling, Frühlingsblüten

Dudweiler Türen

Schlagwörter

, , , ,

Dudweiler Türen

Heute mal nix Landschaftliches und nix mit Natur, sondern ein Stillleben.

Diese wunderschöne Tür habe ich im Jahre 2003 fotografiert. Und zwar in der Scheidter Straße in Dudweiler. Die Zahl 1893 ist nicht die Hausnummer, sondern die Jahreszahl der Erbauung (ob sie stimmt, weiß ich leider nicht, ich bin erst 90 Jahre später nach Dudweiler gekommen).

Bei diesem Bild kommt mir ein Buch in den Sinn, das eine ähnlich angenehme Stimmung verbreitet und das ich auch schon mehrfach empfohlen habe, nämlich

Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Ein Buch, das einem das ganze Jahr über Freude macht.

Anekdotisches zur Scheidter Straße in Dudweiler

Die Scheidter Straße in Dudweiler (genauer: deren unterer Teil) wurde früher als Klappergass bezeichnet. Über den Ursprung des früheren Straßennamens gibt es verschiedene Versionen.

Der ehemalige Volksschuldirektor Ludwig Brückner wusste dazu Folgendes zu berichten:
… Im oberen Teil … stand vor 150 Jahren eine Ziegelhütte. Hier wurden Ziegelsteine und Backsteine aus Lehm gebacken oder gebrannt … Da aber zu damaliger Zeit die Lederschuhe als Arbeitsschuhe viel zu teuer waren und dazu vom Lehm leicht brüchig geworden wären, gingen alle Arbeiter der Ziegelhütte in ihren Holzpantinen oder Holzschuhen, meist Holzklumpen genannt, zu ihrer Arbeitsstätte hin oder von derselben weg. Es galt als ungeschriebenes Gesetz jener Zeit, daß sich die Arbeitskameraden in Gruppen und Grüppchen sammelten auf dem Arbeits- oder auch auf dem Nachhausewege, so ähnlich, wie es unsere Bergleute heute noch zu tun pflegen. Wenn nun diese Scharen in ihren Holzklumpen frühmorgens durch die lange Gasse schritten, wurden alle Siebenschläfer aufgeschreckt von dem gleichmäßig – eintönigen Widerhall dieser klappernden Schuhe. Und wenn dasselbe Echo am Abend erdröhnte, war es höchste Zeit den Tisch zu decken. Aus jener Zeit also stammt der arteigene Name „Klappergasse“.

In „Julius Vogt’s Dudweiler Ortgeschichte(n)“ findet sich hingegen die folgende Erklärung:
Die Alten erzählten, dass die Kutschen des Fürsten [Ludwig] und seines Gefolges immer in rasender Eile die Höhen des Scheidter Weges herunter gerollt wären und eine dieser Kutschen einmal einen Zusammenstoß mit einer „vergelschterten“ Kuh gehabt hätte, die die Kutsche umgeworfen hätte. Seit diesem Vorfall wurden, wenn der Fürst nahte, Läufer mit Holzklappern vorausgeschickt, damit die Leute ihr Vieh und ihre Kinder aus dem Wege räumten, daher „Klappergass“.

Quellen:
Brückner, L. (o.D.). Dudweiler Heimatgeschichte der Jugend und dem Volke erzählt von Volksschuldirektor Ludwig Brückner. Maschinenschriftliches Manuskript. Stadtbücherei Dudweiler Saar (72/626).
Meier, F. A. (Hrsg.). Julius Vogt’s Dudweiler Ortsgeschichte(n). Dudweiler Geschichtswerkstatt. 1. Sonderband. Dudweiler, 2005.

Türen, Fassaden, Dudweiler, Fotos, Bilder

Martina Decker: Die Pusteblume auf der Sulzbachaue

Schlagwörter

, , ,

Die Pusteblume auf der Sulzbachaue

© Martina Decker

Auf der Sulzbachaue herrschte helle Aufregung.
Genosse Wind hatte es den Tieren und Pflanzen zugetragen: Der Mann, der seit ein paar Tagen regelmäßig hier herumspazierte, war ein bekannter Fotograf. „Seine Fotos seien einfach wunderbar“ wisperte er, und wer von ihm fotografiert würde, sei binnen weniger Tage weltberühmt.
Mutter Löwenzahn wollte es nicht glauben. Sie erinnerte sich gut an den Fremden, der stundenlang mit seiner Kamera vor ihr gehockt hatte. Ein wenig geschmeichelt war sie damals schon gewesen. Sie, eine doch eher unscheinbare Wiesenblume, von vielen als Unkraut beschimpft, wurde fotografiert! Doch dass sie jetzt berühmt sein sollte? Ihr Bild in aller Herren Länder? Nein, das war nun wirklich absurd.
Aber um ganz sicher zu sein, schickte sie Sperling Max zur nächsten Wohnsiedlung.
„Flieg und schau, ob du irgendwo in ein Fenster sehen kannst!“ trug sie ihm auf. „Der Wind hat erzählt, die Menschen haben ein Gerät, das sich Computer nennt. Dort sollen die Bilder zu sehen sein.“
Sofort machte sich Max auf den Weg. Vor vielen Fenstern flatterte er herum, ohne ein solches Gerät oder gar Bilder von Mutter Löwenzahn zu entdecken. Es dämmerte bereits und erschöpft ließ er sich auf einem schmalen Fensterbrett nieder. Müde hockte er da und gerade wollten seine kleinen Äuglein zufallen, da zog ein seltsam flackerndes Licht seinen Blick auf sich. Das musste eines dieser Geräte sein, von denen der Wind erzählt hatte. Aufmerksam verfolgte Max das weitere Geschehen. Immer wieder tippte die Frau davor auf dem Ding herum und … Max hielt den Atem an. Unglaublich! Ein Bild von Mutter Löwenzahn. Und noch eins, und noch eins…
Max war ganz aufgeregt. Wenn er sich beeilte, konnte er die Wiese noch erreichen bevor es ganz finster war. Sofort flatterte er los. „Mutter Löwenzahn! Mutter Löwenzahn!“ tschilpte er schon von Weitem. „ Mutter Löwenzahn! Der Wind hatte Recht. Du bist berühmt. Dein Bild ist in dem großen Gerät.“
Die Kunde verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der Sulzbachaue. Mutter Löwenzahn war berühmt. Man brauchte keine Angst haben vor dem Fremden mit der Kamera.
Schon am nächsten Tag kamen auch die vorsichtigsten Tiere aus ihren Verstecken und öffneten die Blumen ihre Blüten besonders weit. Würde er heute kommen? Und würde er sie entdecken und fotografieren?
Stunde und Stunde verging. Die Hufeisenazurjungfer sah ihn zuerst. Sofort brachte sie sich in Positur und ließ ihren Leib in herrlichem Blautürkies leuchten. Die Bläulinge vollführten für ihn einen Tanz und selbst der Kleine Fuchs überwand seine Scheu und lächelte schüchtern in die Kamera.
Und auch der Fremde lächelte.
Dankbar machte er sich geraume Zeit später auf den Heimweg. Die Natur hatte ihm wieder mal ein wunderbares Geschenk gemacht. Nun wollte er es mit der Welt teilen. Wollte diese Bilder voller Schönheit und Anmut verbreiten und die Menschen damit erfreuen.

***

Kurzgeschichte, Pusteblume, Martina Decker, Kindergeschichte

Weihnachts-CD

Schlagwörter

, , , , , , ,

Berliner Prominente lesen ihre Lieblingsweihnachtsgeschichten

Weihnachtsgeschichten kann man lesen oder sich vorlesen lassen. Besonders viel Freude macht es, wenn man Geschichten von Prominenten vorgelesen bekommt, deren Stimmen man aus den Medien kennt.

In einer Kooperation zwischen dem Dr. Ronald Henss Verlag und der B.Z., Berlins größte Zeitung, haben Berliner Prominente Weihnachtsgeschichten gelesen. Mit von der Partie waren die Schauspieler Anita Kupsch, Brigitte Grothum, Anna Loos, Barbara Schöne und Wolfgang Völz , der Liedermacher Klaus Hoffmann, der Opernsänger Jochen Kowalski, die Moderatorin Dagmar Frederic und der Kabarettist Dieter Diddi Hallervorden.

Die Lesungen gibt es auch als Weihnachts-Hörbuch-CD.

Es haben gelesen:

Anita Kupsch: Der stille Herr Jakob (Von Sabine Ludwigs, aus Weihnachtsgeschichten Band 2)
Wolfgang Völz: Förster Wilhelm Lebezahn (Gedicht)
Dagmar Frederic: Gennaros Weihnachtskarte (Von Patricia Koelle, aus Der Weihnachtswind)
Dieter Hallervorden: Der zweite Nikolaus (Von Manuel Hilmer, aus Weihnachtsgeschichten Band 2)
Klaus Hoffmann: Der verkehrte Engel (Von Patricia Koelle, aus Der Weihnachtswind)
Jochen Kowalski: Marzipankartoffeln (Von Eva Markert, aus Weihnachtsgeschichten)
Brigitte Grothum: Der Weihnachtspinguin (Von Norbert Sindelek, aus Weihnachtsgeschichten)
Anna Loos: Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt (Von Wiebke Dickfeld, aus Weihnachtsgeschichten Band 2)
Barbara Schöne: Ein Weihnachtself auf Abwegen (Von Irmela Nau, aus Weihnachtsgeschichten)

Die Weihnachts-CD erhielten die Leser der B.Z. als kostenlose Zugabe.

Die gute Nachricht: Wer direkt beim Dr. Ronald Henss Verlag ein Buch bestellt – egal welches – erhält die Weihnachts-Hörbuch-CD als kostenlose Zugabe (man muss lediglich darauf achten, bei der Bestellung „plus Weihnachts-CD“ dazuzuschreiben).

***

Stichwörter:
Hörbuch, CD, Weihnachts-CD, Weihnachts-Hörbuch, Hörbuch-CD, Weihnachtsgeschichten, Berliner Prominente, Weihnachten

Intelligenzforschung

Schlagwörter

, , , ,

Lieber Josef,

danke für deinen Beitrag. Man sieht: Du hast dir sehr viel Mühe gemacht.
Man sieht aber auch: Du hast keine, aber überhaupt keine Ahnung von der Intelligenzforschung!
Du kennst lediglich ein paar unglaublich dumme Argumente der Anti-Intelligenz-Ideologen, die den Buchmarkt mit Populärdummheit überschwemmen.

In diese Kategorie gehört auch Howard Gardner! Über Howard Gardner kann die wissenschaftliche Intelligenzforschung nur den Kopf schütteln. Seine Thesen sind zum größten Teil kruder Unsinn, die in der fachwissenschaftlichen Literatur durch Hunderte Untersuchungen widerlegt sind.

Selbstverständlich kann man Intelligenz messen! Es gibt kaum irgendein psychologisches Merkmal, das so präzise und so oft gemessen wurde wie Intelligenz.
Wenn du der Meinung bist, die Physik liefere (immer) zuverlässigere Messungen, dann irrst du. Die Präzision einer Messung hängt prinzipiell vom Gegenstand und der Messmethode ab. Die Messungen der Physik sind beispielsweise so „präzise“, dass einige Sterne – den Messergebnissen zufolge – viel älter sind als das Universum.
Lies einfach mal das Buch von Eysenck. Dann wirst du sehen: Was du hier vorbringst, sind nichts als dumme Phrasen der Anti-Intelligenz-Ideologen. Die Wissenschaft zeigt das genaue Gegenteil.

Für den Laien ist es leider extrem schwierig, sich ein Bild vom Stand der Intelligenzforschung zu machen, da 99 Prozent der „Intelligenz“-Popliteratur, die den Büchermarkt überschwemmt, schlicht und einfach dummes Zeug enthält und da die Medien dieses dumme Zeug immer und immer wieder massenhaft verbreiten.

Allerbeste Grüße
Ronald

P.S.:
Wenn du dich wirklich ernsthaft mit der wissenschaftlichen Intelligenzforschung beschäftigen möchtest, dann solltest du als absolutes Minimum das folgende Buch lesen
Eysenck, H. J. (2004). Die IQ-Bibel. Intelligenz verstehen und messen. Stuttgart: Klett-Cotta.

Eine andere, ganz hervorragende Darstellung der wissenschaftlichen Intelligenzforschung findest du hier
Detlef Rost (2009) Intelligenz: Fakten und Mythen. Beltz Verlag.
Das ist ein Lehrbuch, das eher für Psychologie-Studenten gedacht ist; es erfordert einige Grundkenntnisse, ist aber weitgehend gut verständlich.

In diesen beiden Büchern werden alle Argumente, die du vorgebracht hast, bis auf den allerletzten Rest zerpflückt. Was als Pop-Intelligenzen den Büchermarkt überschwemmt ist das eine – die Befunde der wissenschaftlichen Intelligenzforschung zeigen etwas völlig anderes!

*

***
Stichwörter:
Intelligenz, Psychologie, Forschung, Wissenschaft, Intelligenzforschung

Islam, Frauen, Gewalt

Schlagwörter

, , , ,

Liebe Barbara,

dass Dogmatiker aller Religionen stumpfsinniges Auswendiglernen fördern und weltliches Wissen behindern, macht stumpfsinniges Auswendiglernen von Koran-Suren um keinen Deut besser.

Ich habe in meinem kurzen Beitrag sogar mehrere Male differenziert zwischen konkreten Menschen und dem religiös-politischen Komplex Islam! Im Grunde ist es jedoch ein sinnloses Ritual, jedes Mal zu betonen, dass einzelne Menschen etwas anderes sind als die Gesellschaftssysteme, in denen sie leben.

In diesem Blog geht es um das Thema Menschenwürde. Es gibt zurzeit nur wenige Gegenden, in denen Menschenwürde gravierender verletzt würden als in der islamischen Welt. Die Opfer sind in allererster Linie Muslime und dort insbesondere die Frauen.

Der Bericht des World Economic Forum 2009 zur Lager der Frauen weltweit „sieht eine halbe Milliarde muslimischer Frauen als Opfer von Gender-Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt. Das gleiche Bild zeichnen Berichte von Human Rights Watch“ (Hamed Abdel-Samad, 2010, S. 147). Im Bericht des World Economic Forum 2009 sind „Alle hinteren Plätze, mit einer einzigen Ausnahme, … islamischen Staaten vorbehalten … Drei islamische Staaten, in denen die Lage der Frauen durch die Einführung der Scharia besonders tragisch ist, wurden in diesem Bericht gar nicht berücksichtigt: Afghanistan, Sudan und Somalia. Das am weitesten oben platzierte islamische Land war Indonesien auf Rang dreiundneunzig“ (Hamed Abdel-Samad, 2010, S. 147). Und: „Man darf nicht vergessen, dass bei über vierzehntausend Terroranschlägen in den letzten Jahren die große Mehrzahl der Opfer Muslime waren“ (Hamed Abdel-Samad, 2010, S. 208).

Unterdrückung und Gewalt in der islamischen Welt nehmen nicht ab, sondern rasant zu. Und die islamische Gewalt wird auch bei uns in unserer realen Lebenswelt immer deutlicher.

Das macht den Menschen Angst!

Wer vor diesem Hintergrund immer nur erzählt bekommt, es gibt doch gar keine Probleme und die Muslime sind doch nette und gastfreundliche Menschen, der fühlt sich zu Recht nicht ernst genommen.

Kein Mensch bestreitet, dass der Islam auch friedfertig gelebt werden kann. Soweit dies der Fall ist, stellt der Islam überhaupt kein Problem dar! Die Realität sieht aber über weite Strecken völlig anders aus.

Zum Abschluss noch ein Wort des Muslims Hamed Abdel-Samad: „Wer Muslime tatsächlich ernst nimmt, muss Islamkritik üben“ (S. 192).

Beste Grüße
Ronald

Literatur:
Hamed Abdel-Samad (2010). Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose. Droemer.

*

***
Stichwörter:
Politik, Religion, Islam, Frauen, Gewalt

Intelligenz Türken

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Lieber Josef,

hier kommt die Fortsetzung zu dem vermeintlichen Anti-Sarrazin-Argument.

Betrachten wir nun: „Zwar hätten nur 7,8 % der türkischstämmigen Migranten das Abitur.“

Was ist mit den Türkischstämmigen so völlig anders als mit den Iranstämmigen?
In den vergangenen Jahrzehnten wurden Türken gezielt als Arbeitskräfte für Deutschland angeworben. Dabei ging es nicht um hochqualifizierte Arbeiten – was man suchte, waren billige Arbeitskräfte für einfache und monotone Tätigkeiten für die sich viele Deutsche zu schade waren. Dementsprechend hat man nicht die türkische Elite ins Land geholt, sondern Bevölkerungsgruppen aus unteren Intelligenzschichten. Im Durchschnitt gesehen – wohlgemerkt: im Durchschnitt! – war diese Gruppe wesentlich weniger intelligent als die Deutschen. Dennoch trugen sie als billige Arbeitskräfte ganz erheblich zum deutschen Wohlstand bei. Vielen ist es nicht gelungen, in höhere soziale Schichten aufzusteigen. Aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Traditionen blieben sie weitgehend isoliert. Dazu kam über viele Jahre ein massiver Nachzug von Familienangehörigen, die ebenfalls den unteren Intelligenzschichten entstammten. Durch die Einbettung in familiäre Kreise wurde die Abschottung verstärkt. Parallel dazu wurden die Berufe, für die türkischen Gastarbeiter ursprünglich ins Land geholt wurden, massiv wegrationalisiert. Damit wurde ein erheblicher Teil in die Arbeitslosigkeit gedrängt.
Aufgrund der geringeren Intelligenz ist es nicht verwunderlich, dass türkischstämmige Kinder wesentlich schlechtere schulische Leistungen zeigen als deutsche. Hinzu kommt die verbreitete bildungsfeindliche Einstellung.
Selbstverständlich sind die meisten Türkischstämmigen „problemlos“, viele erhalten eine sehr gute Ausbildung. Ein Teil der Gutausgebildeten geht zurück in die Türkei (was völlig legitim ist). Das Problem ist: Unter den hier lebenden Türkischstämmigen gibt es einen außergewöhnlich hohen Anteil, der nicht einmal den Hauptschulabschluss schafft, kaum eine Chance auf eine Berufsausbildung hat, im Wesentlichen vom deutschen Sozialsystem lebt und – das darf keinesfalls unterschlagen werden – einen außergewöhnlich hohen Anteil an Gewaltkriminalität.

Damit will ich diesen Punkt vorerst abschließen. Das eigentliche Kernproblem klammere ich aus, nämlich die extrem negative Bevölkerungsdynamik, die sich aus dem Fortpflanzungsverhalten der verschiedenen Schichten – sowohl der türkischstämmigen als auch der deutschen – zwangläufig ergibt.

Was von dem Journalisten ins Feld geführt wurde, spricht nicht gegen Sarrazin – im Gegenteil: es liegt voll und ganz auf Sarrazins Argumentationslinie.

Dieses Beispiel ist charakteristisch für das erschreckende Niveau des Journalismus: Journalisten verstehen es meisterlich, ihre Texte mit willkürlich herausgegriffenen Statistiken auszuschmücken. Viele sind aber noch nicht einmal in der Lage, selbst einfachste Prozentwerte zu interpretieren.

Hat der Autor dieses Pseudo-Arguments Sarrazins Buch eigentlich gelesen? War er so sehr unter Zeitdruck, dass er keine Gelegenheit hatte, ein kleines bisschen nachzudenken? Sind seine ideologischen Scheuklappen so eng, dass sie den Blick auf das Thema versperren? Ist er mit diesem Thema intellektuell überfordert? – Ich weiß es nicht.

Und zum Abschluss: Der Mensch, der die Liste der „Anti-Sarrazin-Argumente“ gesammelt und ins Netz gestellt hat, hat offenkundig auch nicht allzu viel kritische Vernunft investiert.

Beste Grüße
Ronald
*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Diskussion, Wissenschaft, Intelligenz, Türken, Medien, Journalisten, Muslime

Intelligenz Muslime

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Lieber Josef,

aus deiner Liste der „Anti-Sarrazin-Argumente“ greife ich als Erstes das folgende heraus:

Zwar hätten nur 7,8 % der türkischstämmigen Migranten das Abitur.
Hingegen habe jeder dritte Zuwanderer aus dem Iran, Afghanistan und dem Irak Abitur. 15,2 % der iranischen, afghanischen und irakischen Zuwanderer hätten einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, während es bei der Gesamtbevölkerung nur 11,3 Prozent seien.
Daher sei die These, muslimische Zuwanderer seien bildungsfern, falsch.

Diese Statistiken führt der Autor als Argumente gegen Sarrazin an. Bei näherem Hinsehen wird aber deutlich, dass diese Statistiken hervorragend mit den Argumenten Sarrazins übereinstimmen.

Betrachten wir zuerst die Aussage: „Daher sei die These, muslimische Zuwanderer seien bildungsfern, falsch.“ – Das ist schlicht und einfach Unsinn, weil Sarrazin das niemals in dieser Form behauptet hat. Im Gegensatz zu den Journalisten äußert sich Sarrazin außerordentlich differenziert.

Betrachten wir nun die Aussage: „15,2 % der iranischen, afghanischen und irakischen Zuwanderer hätten einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, während es bei der Gesamtbevölkerung nur 11,3 Prozent seien.“

Wie kann das sein?
Als im Iran das Ajatollah-Regime an die Macht kam, wurde die intellektuelle Elite des Landes gnadenlos verfolgt. Ärzte, Wissenschaftler, Künstler und Menschen, die offen für westliche Werte waren, kamen ins Gefängnis und wurden ermordet. Viele haben es geschafft, ins Ausland zu fliehen. Die religiösen Fanatiker und die unteren Schichten sind im Iran geblieben. Die Iraner, die dem Ajatollah-Regime entflohen und nach Deutschland kamen, waren im Durchschnitt – wohlgemerkt: im Durchschnitt! – wesentlich intelligenter als die deutsche Bevölkerung. Viele Exiliraner sind intelligent und weltoffen und haben keinerlei Integrationsprobleme, sie sind hochqualifiziert und üben sehr anspruchsvolle Berufe aus. Ihre Kinder sind ebenfalls im Durchschnitt – wohlgemerkt: im Durchschnitt! – wesentlich intelligenter als deutsche Kinder. Da ist es kein Wunder, dass iranischstämmige Kinder in der Schule erfolgreicher sind als deutsche Kinder. Die Ajatollah-Diktatur hat das obere Ende der Intelligenzverteilung im eigenen Land drastisch beschnitten und Intelligenz exportiert. Für Deutschland sind die Exiliraner ein Glücksfall und eine echte Bereicherung, hier wurde Intelligenz und Weltoffenheit importiert und die Integration war insgesamt sehr erfolgreich.

So, an dieser Stelle muss ich unterbrechen, weil ich noch wichtige Dinge zu erledigen habe. Die Kehrseite der Medaille „Zwar hätten nur 7,8 % der türkischstämmigen Migranten das Abitur“ betrachte ich im nächsten Beitrag. Du wirst dir aber sicherlich in der Zwischenzeit deine eigenen Gedanken dazu machen. Welche Bevölkerungsschichten sind aus der Türkei eingewandert? Wie steht es mit deren Weltoffenheit? Wie verhalten sie sich zu westlichen Wertvorstellungen? Welche Bedeutung haben bei ihnen Menschenrechte? Welchen Bildungsehrgeiz legen sie an den Tag?

Beste Grüße
Ronald

*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Diskussion, Wissenschaft, Intelligenz, Türken, Iraner, Medien, Journalisten, Muslime

Intelligenz und Gene

Schlagwörter

, , , , , , ,

Liebe Barbara,

das Folgende wird dich sicherlich erschüttern – aber ich kann und will es dir nicht ersparen.
Um die Sache zu entschärfen empfehle ich dringend, zuerst meinen → Chrash-Kurs Intelligenz, Erblichkeit und Umwelt aufmerksam zu lesen und erst danach die folgenden Ausführungen.

Du sagst: Dabei denke ich zugleich an manches Interview, das mir eine Gänsehaut verursachte, wie zum Beispiel im Spiegel in der Augustausgabe, wo er über die Eigenarten kultureller Völker schwadronierte und behauptete, Juden teilen ein bestimmtes Gen, das sie von anderen unterscheide. Ich bin da sehr empfindlich, schon wegen meiner Familiengeschichte. Aber er bezog sich in seiner Provokation nicht allein auf die Juden, sondern grundsätzlich auf ‘fremde’ Völker. Ich glaube, dass er mit seinen Gedanken hier nicht alleine steht und dass solche Gedanken in manchem Kopf herumspuken. Doch wer dem zustimmt, der sorgt dafür, dass der Riss zwischen den Kulturen immer größer wird.

Deine Aussagen sind zweifellos gut gemeint. Gleichwohl ist der dahinterliegende Kern absurd und womöglich gefährlich.

Wir leben nicht mehr im finstersten Mittelalter. Das Zeitalter der Aufklärung liegt mehr als 200 Jahre zurück. Seit mehr als 150 Jahren gibt es die Evolutionstheorie. Die Naturwissenschaften machen unglaubliche Fortschritte. Das gilt auch für die Biologie und dort insbesondere auch für die Genetik. Der Wissenszuwachs in der Genetik ist geradezu atemberaubend – auch wenn die meisten Menschen davon keinerlei Notiz nehmen und viele sich aus ideologischen Gründen davor verschließen.

Wer vor dem Hintergrund des ungeheuren Wissensschatzes den Zusammenhang zwischen Genen und Rassen grundsätzlich leugnet, argumentiert außerhalb jeglicher Vernunft.

Selbstverständlich war Sarrazins Aussage Juden teilten ein bestimmtes Gen extrem dämlich. Hier hat er sich im Diskussionseifer selbst ein Bein gestellt. Das gilt aber nur, wenn man sich steif und fest auf die Wörter „ein bestimmtes Gen“ fixiert.

Gemeint war natürlich, dass Juden – als Population betrachtet – einen Gen-Pool aufweisen, der sich partiell unterscheidet von den Gen-Pools anderer Populationen, die aus einer jahrhundertealten anderen Abstammungslinie stammen. Kein Mensch, der auch nur die geringste Ahnung von Biologie hat, wird dies bestreiten. Dieser Sachverhalt gilt selbstverständlich nicht nur für Juden, er gilt für jede x-beliebige Population, die auf eine jahrhundertealte gemeinsame Abstammungslinie zurückblicken kann. Und damit gilt er – ich betone dies ausdrücklich noch einmal! – auch für Juden!

Es ist verantwortungslos, biologische Tatsachen zum Tabu zu erklären.

Wir brauchen keine Dummheit und wir brauchen keine Denkverbote. Dummheit und Ignoranz sind der ideale Nährboden für Demagogen, Volksverhetzer und Hassprediger.

Wir brauchen Bildung, wir brauchen Wissen, wir brauchen kritische Vernunft. Wir brauchen Menschen, die zumindest die wesentlichen Zusammenhänge kennen, nach denen die Welt funktioniert. Wer über eigenes Wissen und eigenes Urteilsvermögen verfügt, lässt sich nicht so leicht von dummen und platten Parolen beeindrucken.

Beste Grüße
Ronald
*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Diskussion, Wissenschaft, Genetik, Juden, Intelligenz, Gene

Sarrazin-Diskussion

Schlagwörter

, , , , , ,

Lieber Josef,

dein Beitrag ist natürlich viel, viel zu umfangreich, als dass ich auf die einzelnen Punkte eingehen könnte.

Vorerst mal dies:
Benutzt Herr Sarrazin nun das Wort „Kopftuchmädchen“?
Ist das Wort „Kopftuchmädchen“ ein polemischer Begriff?

Wenn ich mich recht erinnere, dann kommt dieses Wort nur ein-, zweimal in dem Buch vor, und zwar dort, wo er auf seine frühere Verwendung dieses Begriffs eingeht.
Ja, „Kopftuchmädchen“ ist von Sarrazin als polemischer Begriff verwendet worden.

Aber gerade bei dem Thema Kopftuch sollte bei jedem, der sich für Menschenrechte engagiert, alle Alarmglocken schrillen. Das Kopftuch ist geradezu das Mustersymbol für eine menschenverachtende unterdrückerische Kultur, die für das Thema Menschenrechte nur Spott und Hohn übrig hat.

Zu den vielen zusammengewürfelten Ausschnitten aus allen möglichen Medien: Gerade die Medien haben in dieser Debatte eine unerträgliche Hetzjagd veranstaltet, dabei die allerdümmsten Argumente vorgebracht und groteskerweise für die Abschaffung der Meinungsfreiheit plädiert. Journalisten besitzen in der Mehrzahl so gut wie gar keine Fachkenntnisse aber jede Menge ideologischer Borniertheit.

Einige der Argumente, die hier aufgelistet sind, sind falsch oder nach Bedarf zurechtgebogen (ich werde gegebenenfalls auf einige davon eingehen).
Aber selbst wenn die paar Punkte zutreffend wären (was sie nicht sind!), dann wäre dies lächerlich schwach im Vergleich zu der erdrückenden Argumentefülle aus dem Sarrazin-Buch. Mit den Kernthemen haben sie allenfalls am Rande zu tun.

Zur Klarstellung: Es geht überhaupt nicht darum, ob jedes einzelne Argument Sarrazins richtig ist. Es geht um den Gesamtkomplex!

Ich bleibe dabei: Wer das Buch nicht selbst – und zwar unvoreingenommen und aufmerksam – gelesen hat, kann in dieser Angelegenheit nicht kompetent mitreden. Die Medien liefern ein groteskes Zerrbild – und auf der Basis dieses Zerrbildes ist keine sachliche Diskussion möglich.

Wer in der Lage ist selbst zu denken, der sollte seinen eigenen Verstand benutzen!
Wer sich nur auf ideologisch motivierte Schreiberlinge verlässt, gibt freiwillig seine geistige Mündigkeit auf.

Wir sollten uns gelegentlich daran erinnern, dass es vor gut 200 Jahren eine Periode gab, die als „Aufklärung“ bezeichnet wird.

Beste Grüße
Ronald

*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Diskussion, Kopftuch, Kopftuchmädchen, Journalisten, Medien

Inteligenz-Tabu

Schlagwörter

, , , , ,

Lieber Josef,

im letzten Beitrag haben wir erfahren, dass in den PISA-Studien das Konzept Intelligenz völlig ignoriert wird. Wie kann man sich mit Bildung befassen und dabei das Thema Intelligenz unter den Teppich kehren? Intelligenz ist eine unerlässliche Voraussetzung, um überhaupt Bildung erwerben zu können.

Warum schweigen die PISA-Autoren das absolut zentrale Thema Intelligenz tot?

PISA-Studien sind politische Auftragsstudien. Auch die PISA-Forscher wissen, aus welchen Töpfen die üppigen Forschungsgelder fließen. Und PISA-Forscher wissen auch, was in unserer Gesellschaft politisch korrekt ist.
In unserer politisch korrekten Gesellschaft gehört Intelligenz zu den Tabuthemen allerersten Ranges. Wer es wagt, das Tabuwort Intelligenz in den Mund zu nehmen, ist sofort Zielscheibe einer hysterischen Hetzjagd – siehe Sarrazin.

Mit der Anti-Intelligenz-Hysterie befindet sich unsere politisch korrekte Gesellschaft übrigens in einer illustren Runde:
Bei den Nazis waren Intelligenztests verboten, weil man wutschnaubend feststellen musste, dass die Juden wesentlich intelligenter waren als die „Arische Rasse“.
Auch in der Sowjetunion waren seit Stalins Zeiten Intelligenztests verboten, weil ausgerechnet die Arbeiter- und Bauernklasse stets nur höchst traurige Werte lieferte.
Unsere politisch korrekte Gesellschaft sollte bei Gelegenheit mal über ihr Intelligenz-Tabu nachdenken: Wieso wandeln wir mit solch fanatischem Eifer in den Fußstapfen von Hitler und Stalin?

Die Anti-Intelligenz-Hysterie hat fatale Folgen. Wer die zentralen Zusammenhänge nicht kennt oder aus ideologischen Gründen leugnet, kann keine angemessene Problemlösung finden. Ganze Heerscharen von Politikern, Journalisten und Meinungsmachern leben entweder selbst im tiefsten geistigen Mittelalter oder sie wollen zumindest das Volk im tiefsten geistigen Mittelalter halten.
Wir brauchen keine Dummheit und ideologische Bretter vor dem Kopf. Wir brauchen Wissen!

Mit den besten Grüßen
Ronald

*

***
Schlagwörter:
Politik, Wissenschaft, Intelligenz, PISA, Tabu, Sarrazin

PISA und Intelligenz

Schlagwörter

, , , , , , ,

Lieber Josef,

im Folgenden nehmen wir Martin Spiewaks Kritik in der ZEIT unter die Lupe (ich kenne den ZEIT-Artikel nicht und kann mich daher nur auf das beziehen, was in der „Anti-Sarrazin-Argumente“-Liste steht).

Martin Spiewak kritisierte Sarrazins Thesen zur Bildungspolitik in der „Zeit“ als „knapp an der Lüge vorbei … eine Mischung von Wahrheiten mit Halbwahrheiten und Unsinn“.
Das sind starke Worte. Ich lasse sie im Moment mal so stehen, komme aber darauf zurück.

Als besonders sinnentstellend kritisierte Spiewak Sarrazins Folgerung auf ein Resultat der PISA-Studien, wonach „Schüler mit einem türkischen Migrationshintergrund erneut schlechter abschnitten als alle anderen Einwanderergruppen“. Dies sei von Sarrazin „genetisch“ begründet worden, obwohl die offizielle PISA-Studien-Folgerung hierzu lautete, dass dieses Defizit sich mit „sozioökonomischen Faktoren“ (Armut) und der mangelnden Beherrschung der deutschen Sprache erklären ließe.

Als Erstes erhebt sich die Frage, ob „die offizielle PISA-Studien-Folgerung“ eine göttliche Offenbarung ist, die keinem Zweifel unterliegt. Wenn die PISA-Autoren sagen, die enormen Leistungsunterschiede seien (alleine) auf sozioökonomische Faktoren und Sprachbeherrschung zurückzuführen, dann ist dies eine Behauptung/Interpretation/Hypothese – nicht mehr und nicht weniger. Wer auch nur einen Funken Ahnung hat, kann über diese kulturdeterministische Deutung nur den Kopf schütteln.

Der Psychologe Heiner Rindermann hat die Frage aufgeworfen, was bei den PISA-Studien eigentlich gemessen wird. Dabei musste er zunächst einmal feststellen, dass in den PISA-Studien das Konzept Intelligenz völlig ignoriert wird. Rindermann hat sich (mit erheblicher Mühe) von den PISA-Autoren Daten beschafft und umfangreiche Nach- und Zusatzanalysen durchgeführt. Dabei konnte er zeigen, dass die PISA-Leistungen extrem hoch mit der allgemeinen Intelligenz korrelieren. Der Zusammenhang ist so eng, dass man auch sagen kann: Die PISA-Tests sind hervorragende Intelligenztests.

Wenn man das Konzept Intelligenz berücksichtigt – und das muss man in diesem Falle –, dann ist die offizielle Interpretation der PISA-Autoren völlig unhaltbar. Dann kann man nicht alles auf Umweltfaktoren schieben. Dann müssen auch genetische Faktoren eine ganz erhebliche Rolle spielen. – Und damit bricht Martin Spiwaks Argument restlos in sich zusammen.

Rindermanns Arbeit (Psychologische Rundschau, 2006, Heft 2) hat großes Aufsehen erregt. Auch Sarrazin bezieht sich auf Rindermanns Studie. Martin Spiwak müsste sie also kennen. Wenn er sie nicht kennt, ist er in einem entscheidenden Punkt einfach nur ungebildet. Falls er sie doch kennt – warum unterschlägt er sie?

Benutzen wir die Worte von Martin Spiwak selbst: Was Martin Spiwak den ZEIT-Lesern vorgaukelt, geht knapp an der Lüge vorbei und ist eine Mischung von Wahrheiten mit Halbwahrheiten und Unsinn.

Auf PISA und (das Totschweigen der) Intelligenz komme ich im nächsten Beitrag zurück.

Beste Grüße
Ronald

*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Wissenschaft, Intelligenz, PISA, Martin Spiewak, ZEIT, Heiner Rindermann

Hin zu Sarrazin

Schlagwörter

, , , ,

Liebe Barbara,

eine ausführliche Antwort kommt noch (im Moment fehlt mir die Zeit).

Nur ein ein paar Worte zu „Ich möchte auch mal vom Thema Sarrazin wegkommen“.

Das wäre genau das, was so viele Ideologen, Volksverdummer und politisch korrekte Gutmenschen gerne hätten, nämlich ein heikles Thema einfach unter den Teppich kehren. Nach dem Motto: Wenn man nicht über Probleme spricht, dann gibt es auch keine Probleme. Wegsehen, wegbügeln, abstreiten, totschweigen …

Sarrazin hat ein extrem wichtiges Buch vorgelegt, in dem zentrale Probleme unserer Zeit angesprochen werden. Politiker aller Parteien, Journalisten und Meinungsführer aus allen Lagern habe das Buch aus rein ideologischen Gründen verdammt, wobei die meisten es nie gelesen haben (Angela Merkel brüstete sich sogar in aller Öffentlichkeit damit, dass sie das Buch nicht lesen werde!). Im Zuge der Hetzkampagne wurden einzelne Passagen aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt, verdreht und ins Gegenteil verkehrt, völlig idiotische Thesen frei erfunden und Sarrazin untergeschoben und selbst elementarste naturwissenschaftliche Zusammenhänge aus ideologischer Borniertheit abgestritten. Wer das Buch nicht selbst gelesen hat, hat zwangsläufig ein absurdes Zerrbild im Kopf.

Sarrazins Analyse muss man kennen. Über seine Lösungsvorschläge kann, soll, muss man diskutieren.

Das Buch könnte eine nützliche Grundlage für eine breite und sachliche Diskussion sein.

Totschweigen, Redeverbote, Denkverbote und Tabus sind der Feind der Demokratie!

Wenn in unserem Lande führende Politiker aller Parteien – an ihrer Spitze die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Bundespräsident Christian Wulff – offen für die Abschaffung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung eintreten, müsste eigentlich ein Sturm der Entrüstung einsetzen. Stattdessen ist man schon längst wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt.

Nein – es geht nicht darum „auch mal vom Thema Sarrazin weg[zu]kommen“ – es müsste eigentlich darum gehen, endlich mal zu diesem Thema hinzukommen, und zwar in einer aufgeklärten Diskussion ohne Denkverbote und ohne Tabus.

Beste Grüße
Ronald

*

***
Schlagwörter:
Politik, Sarrazin, Angela Merkel, Christian Wulff, Diskussion